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Brandkraut (Phlomis fruticosa)
Brandkräuter sind weit verbreitete Wildpflanzen des Mittelmeerraums. Sie kommen in der Macchie und in lichten Wäldern vor.
Wegen ihres Vorkommens besonders in Syrien wurde im deutschsprachigen Raum auch der Name “Syrisches Brandkraut” verwendet. |
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Erdbeerbaum (Arbutus unedo)
Botanisch betrachtet ist der Erdbeerbaum ein Verwandter des hiesigen Heidekrautes. Aber seinen Namen haben ihm die an Erdbeeren erinnernden Früchte eingebracht. Er wird bis zu acht Meter hoch. Auf seine erstaunliche Verwandtschaft mit dem Heidekraut weisen die kleinen, weißen, an Glöckchen erinnernde Blüten hin. Seine Früchte sind genießbar, aber schmecken schlecht. Das deutet der lateinische Artname “unedo” an, was wörtlich übersetzt “Eine ess’ ich” bedeutet.
Der Erdbeerbaum ist im Mittelmeergebiet sehr häufig anzutreffen. Sein Holz ist sehr hart, wird aber nur lokal genutzt. Da der Erdbeerbaum sehr tolerant gegenüber Abgasen ist, wird derzeit erforscht, ob er verstärkt in Städten im Mittelmeergebiet angepflanzt werden könnte. |
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Hopfenbuche (Ostrya carpinifolia)
Der Gattungsname Ostrya bezeichnete schon im Altgriechischen (ostrya) die Hopfenbuche. Das Wort ist dem griechischen Wort für die Rotbuche, oxys, ähnlich. Beide Bezeichnungen werden auf óstreon (= Auster) zurückgeführt, da das Holz wie die Austernschalen sehr hart ist.
Carpinifolia bedeutet “hainbuchenblättrig” und spielt auf die Hopfenbuchenblätter an, die denen der Hainbuche sehr ähnlich sind.
Der deutsche Name “Hopfenbuche” deutet im ersten Teil auf die Blütenstände hin, die denen des Hopfens ähnlich sehen, im zweiten Teil auf das allgemeine Erscheinungsbild, da dieses besonders der Hainbuche recht ähnlich ist. |
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Kronwicke (Coronilla emerus)
“Coronilla” ist die Verkleinerungsform zu span. “corona” (= die Krone). Bedeutet also “das Krönchen”, gemäß den schönen gelben, wie die Zacken einer Krone zu Dolden vereinigten, Einzelblüten.
Besonderheit: Die Wurzeln der Pflanze können bis zu 1 Meter lang werden. Von den Seitenwurzeln können neue, oberirdische Sprossen entspringen, wodurch sich die Pflanze vegetativ vermehren kann. Die Kronwicke ist leicht giftig. Sie hat eine ähnliche Wirkung auf das Herz wie der Rote Fingerhut. Drogenauszüge fanden zeitweise in Fertigpräparaten Anwendung bei leichter Herzschwäche. |

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Mispel (Mespilus germanica)
Die Mispel stammt aus Vorderasien, Süd- und Südosteuropa. Schon sehr früh wurde sie von Griechen und Römern kultiviert und verbreitet. Man nimmt an, dass die Römer die Mispel mit nach Deutschland gebracht haben.
Im Mittelalter waren Mispeln wichtige Obstbäume und selbstverständlicher Bestandteil jedes Klostergartens. Schon früh verwilderten Mispeln aus der Kultur und heutige Mispelvorkommen müssen als Kulturrelikte gelten. Heute gelten Mispeln als stark gefährdet und müssen besonders geschützt werden. |
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Quitte (Cydonia oblonga)
Die Quitte verdankt ihren Namen botanischwissenschaftlich wie auch in unserem Sprachgebrauch der griechischen Stadt Kydonia, heute Chania, im Nordwesten der Insel Kreta. In Armenien und Persien wächst die Quitte wild.
Die auch “Apfel aus Cydonia” genannte Frucht der Pflanze gilt als Liebessymbol. Sie war der Aphrodite geweiht. Zum Brauchtum gehört(e), dass die Braut in der Hochzeitsnacht eine Quitte ins Haus brachte, damit die Ehe glücklich werde. Oder der Brautvater pflanzte aus diesem Grund eine Quitte. Die Götter sollen Quitten überaus als Opfergabe geschätzt haben. Die goldenen Äpfel der Hespriden könnten durchaus Quitten gewesen sein.
Als Ursprungsgebiet wird Südostasien vermutet. Angeblich ist der Quittenbaum schon 4000 Jahre vor unserer Zeitrechnung in Babylonien kultiviert worden. Den Römern haben wir die Verbreitung der Quitte auch nördlich der Alpen zu verdanken. Die Frucht spielt in West- und Mitteleuropa dennoch nur eine untergeordnete Rolle, ganz im Gegensatz zum Mittelmeergebiet, besonders den Balkanländern. In Deutschland gibt es kaum erwerbsmäßigen Anbau. Quitten stehen bei uns fast ausschließlich beim Liebhaber und Gartenfreund, der sich sowohl an den schönen Blüten als auch den leuchtenden, wohl duftenden Früchten im Herbst erfreuen kann. |
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Seifenkraut (Saponaria officinalis)
Die Seifenkräuter bilden eine Gattung in der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae).
Der Name leitet sich vom lat. “sapo” = “Seife” ab. Der Inhaltsstoff “Saponin” schäumt in wässriger Lösung wie Seife.
Das Gewöhnliche Seifenkraut wurde bereits im Altertum zum Waschen der Wolle und später auch zur Reinigung von Kleidern mit empfindlichen Farben verwendet. Schon Hippokrates kannte dieses Waschmittel. |
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Singrün (Vinca major)
Im Frühling leuchten die hübschen, violetten Blüten des “Immergrüns” (sin = “immer”) wie kleine Windmühlen aus den schattigen Plätzen, wo das Immergrün am liebsten wächst. Das ganze Jahr über bedecken die Blätter den Boden und bringen selbst im Winter grüne Farbe in Gärten oder Wälder.
Früher wurde das Immergrün gerne für das Winden von Kränzen verwendet, was sich ganz von selber anbietet, weil die elastischen Stängel lang genug für Kränze sind und die Blätter weich und angenehm. Diese Kränze schmückten häufig junge Frauen beim Tanz. Auch als Brautschmuck wurden Immergrünkränze eingesetzt.
Als Heilpflanze wird das Immergrün nur noch selten eingesetzt, weil es in großen Mengen etwas giftig ist. Die Schulmedizin hat aus den Wirkstoffen des Immergrüns jedoch ein Krebsmittel hergestellt. |

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Unterweltblume (Asphodelus)
Die “Unterweltblume”, auch Affodil genannt, gehört zu den Liliengewächsen. Sie wurde seit der Antike mit den Toten in Verbindung gebracht:
- Bei Homer beispielsweise wandeln die Verstorbenen auf einer “Asphodeloswiese”.
- Hippokrates und Dioskourides erwähnten die Pflanze als Heilmittel.
- In J.K. Rowlings “Harry Potter” ist Affodil eine Zutat des “Tranks der lebenden Toten”, einem starken Schlafmittel, das bei falscher Dosierung den Behandelten in eine Art künstliches Koma fallen lassen kann, aus dem er nie wieder erwacht.
Der “Asphodeliengrund” bei Homer ist ein Ort aus der griechischen Mythologie.
Die Unterwelt war dreigeteilt: Neben dem Elysium (der Insel der Seligen) und dem Tartaros, (der “Hölle”) befand sich der Asphodeliengrund. Dort wuchsen die “Asphodelen”. Sie waren der Persephone geweiht und wurden als mythische Blumen auch “Totenblumen” genannt, weil sich dort die meisten Toten befanden, die dort als Schatten existierten, bevor sie sich erst nach langer Zeit verflüchtigen. Sie dienten dem Tod als Nahrung.
Daher wurde diese Art oder nahe verwandte Arten oft im Laufe der Geschichte in der Nähe von Gräbern angepflanzt. |

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Wolfsmilch (Euphorbia characias)
Wolfsmilchgewächse sind hervorragend an heiße und trockene klimatische Verhältnisse angepasst.
Euphorbia leitet sich von “Euphorbos”, einem Leibarzt des Königs Juba II. von Mauretanien (etwa 50 v. Chr. bis 23/24 n. Chr.), her. Der deutsche Name “Wolfsmilch” erinnert an den “beißenden” Milchsaft der Pflanzen.
Der “Latex” (Milchsaft) von Euphorbien ist giftig und dient gleichermaßen als Fraßschutz und Wundverschluss. Da er unter Druck steht, tritt er schon bei kleinsten Verletzungen aus und gerinnt dann bei Luftkontakt innerhalb weniger Minuten. Auch der Weihnachtsstern gehört zu den “Euphorbien”. |